FC Odenheim – VfR Kronau 3:3 (1:1)

Zwei torreiche Auswärtsunentschieden, die sich wie Niederlagen anfühlen.

Die Fahrten nach Odenheim waren in den letzten beiden Jahren für den VfR nicht von Erfolg gekrönt, dazu lieferte man beide Male auch noch schlechte Leistungen ab, deshalb war es das Ziel dort endlich einmal eine ansprechende Leistung zu zeigen und im besten Fall auch 3 Punkte mitzunehmen.

Beides misslang gründlich, obwohl das Spiel für den VfR optimal begann. Bereits in der 3.Spielminute verwandelte Enrico Simeone einen berechtigten Foulelfmeter zur frühen Führung. Diese hätte der Mannschaft Sicherheit und Auftrieb geben sollen, es hatte aber eher den Eindruck das einige Spieler dachten es läuft jetzt von alleine. Dieser Eindruck verfestigte sich erst recht nach dem in der 20.Spielminute ein Odenheimer mit einer ebenfalls berechtigten gelb-roten Karte vom Platz musste. Zu allem Übel kassierte man nach einem vermeidbaren Eckball in der 28.Minute den 1:1-Ausgleich. Danach gab es bis zur Halbzeitpause nur noch wenige Situationen in denen die spielerische Überlegenheit des VfR zur Geltung kam.

Nach dem Trainer Kahle in der Kabine deutliche und lautstarke Kritik geübt hatte lief es im zweiten Abschnitt besser. Man ließ in Überzahl den Ball schneller laufen und die Mannschaft wirkte konzentrierter. Das Ergebnis davon war die 3:1-Führung durch zwei weitere Simeone-Tore (53.Handelfmeter, 72.). Das 3:1 wurde so herausgespielt wie man es sich vor dem Spiel vorgenommen hatte: schnell, direkt und schnörkellos. Danach sah der VfR wie der sichere Sieger aus, aber Spiele gegen Odenheimer Mannschaften sind erst zu Ende wenn der Schiri abgepfiffen hat, dies musste die Kahle-Elf am Sonntag schmerzhaft erfahren. Ein Grund für das was dann folgte war sicher der Kampfgeist der Gastgeber, ein Anderer vermutlich noch ausschlaggebenderer Grund war die zu sorglose Spielweise in die die Mannschaft dann wieder verfiel. Binnen zwei Minuten egalisierte der Gastgeber das Ergebnis (77., 79.Foulelfmeter). Am Ende musste man gar froh sein, das 3:3 über die Zeit gerettet zu haben und das nach einer 2-Tore-Führung und einer 70-minütigen Überzahl. Das der Punktgewinn sich wie eine Niederlage anfühlte versteht sich von selbst.

Lange Zeit habe ich als Schreiber dieser Zeilen überlegt ob ich zu den Vorkommnissen außerhalb des Feldes bzw. um das Spiel herum Stellung nehmen soll oder nicht. Letztendlich waren die Ereignisse so gravierend und das Verhalten der Gastgeber so erschreckend das ich sie hier doch erwähnen will bzw. muss.

Dass Spiele in Odenheim schon seit jeher etwas besonderes sind haben schon mehrere Generationen vor uns erfahren. Selten werden „vom Buckel“ geistreiche oder qualifizierte Sprüche heruntergerufen, dass sich aber eine Mannschaft und deren Verantwortlichen vom Anpfiff weg derat aggresiv dem Schiedsrichter gegenüber verhalten hat, habe ich in der Form schon lange nicht mehr erlebt und ich bin jetzt auch schon 30 Jahre in diesem „Geschäft“.

Ein Trainer der nach drei Minuten von Betrug spricht, Verantwortliche und Ersatzspieler in der Coachingzone die permanent an der Seitenlinie auf den Schiri Einfluss nehmen und dies in einer Art die jede gute Erziehung vermissen lässt, aggressive Spieler die „Selbstjustiz“ üben und den Schiri sogar tätlich angehen wollen und nur durch mehrere Mitspieler gestoppt werden können, all dies waren Szenen die am Sonntag dazu führten das oft mehr diskutiert wurde als das Fußball gespielt wurde.

Das das Spiel Mitte der ersten Hälfte nicht ganz eskalierte lag an der ruhigen und besonnenen Art des noch sehr jungen Schiedsrichter, der in meinen Augen alle Entscheidungen genau richtig bewertet hat, auch die gegen uns. Daher ein großes Lob an ihn, so ein schwer zu leitendes Spiel derart in den Griff zu bekommen verdient allen Respekt.

Dem FC, zu dem wir ein gutes Verhältnis pflegen, gebe ich den gutgemeinten Rat sich einmal selbst zu hinterfragen. Ist das wirklich die Art und Weise wie wir sonntags auf dem Sportplatz miteinander umgehen wollen? Ist das das Verhalten das eine ganze Mannschaft, ein ganzer Verein in der Öffentlichkeit darstellen will?

Wenn dieses Verhalten gegenüber dem Schiri die Regel wird, dann brauchen wir uns nicht zu wundern das wir keine Schiedsrichter mehr bekommen. Es geht nur um Fußball und wenn das was am Sonntag in Odenheim ablief zur Regel wird, dann ist das nicht mehr der Sport den ich seit fast 50 Jahre liebe.

Es spielten:

Markus Baader (Tor), Oliver Ell, Daniel Schlegel, Sandro Rothardt, Tobias Heim (ab 65.Jannik Bonaccio), Enrico Simeone (ab 75.Wael Hallak), Fabian Klumpp, Mike Knebel, Marcelo Eberhard, Dennis Atmaca und Fabian Mächtel.

Nicht zum Einsatz kamen:

Max Sattler (Etw.), Liam Ritzhaupt und Friedhelm Christ