Porträt

Guten Tag liebe Gäste und Fußballfreunde,

herzlich Willkommen auf der Homepage des VfR Olympia Kronau. Unser Verein, gekennzeichnet durch die Farben blau und weiß, ist ein reiner Fußballverein, der 1945 sein Gründungsjahr hatte. Wir haben ca. 500 Mitglieder, davon ca. 150 Jugendliche, die in allen Altersklassen vertreten sind.

In der Jugendabteilung haben wir eine Spielgemeinschaft mit den Vereinen unserer Nachbargemeinden Mingolsheim und Langenbrücken. Im Seniorenbereich sind wir mit unserer zweiten Mannschaft in der Kreisklasse B und mit unserer ersten in der Kreisliga vertreten. Eine AH ergänzt schließlich unsere Seniorenteams.

Es ist unser Ziel und Konzept mit Eigengewächsen aus der Kronauer Jugendschmiede unseren Zuschauern und Fans schönen und fairen Fußball zu bieten und mit überwiegend Kronauern Spielern – Kronau zu präsentieren.

Neben der Kronauer Mehrzweckhalle liegen unsere beiden Rasenplätze; einer davon ist ausgewiesen als Trainingsplatz mit Flutlichtanlage und auf dem Grün im Stadion kämpfen wir um Punkte. Unsere Vereinsanlage wird komplettiert mit einem schmucken Clubhaus, welches von der Familie Jovanovic schon jahrelang mit Deutsch-Jugoslawischer Küche bewirtet wird.

Ich hoffe nun, Ihnen einen kleinen Einblick in unseren Verein gegeben zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen für weitere Informationen gerne auch persönlich zur Verfügung.

Mit sportlichem Gruß

Dieter Hees
1. Vorstand

Geschichte

Nachkriegszeit

Die turbulenten Ereignisse, die den letzten Kriegsmonaten folgten, ließen keinen Gedanken an Sport und Freizeit aufkommen. Kronau wurde zunächst von französischen Truppen besetzt. Die wenigen ehemaligen Soldaten, die zu diesem Zeitpunkt schon heimgekehrt waren, hatten allen Grund sich möglichst unauffällig zu verhalten. Von der Aussicht nach glücklich überstandenem Krieg in einer französischen Kohlengrube zu landen, war begreiflicherweise niemand sonderlich begeistert.

Im Juni 1945 wurden die Besatzungssektoren neu abgegrenzt. Die französischen Truppen zogen aus unserer Gegend ab, die Amerikaner traten als neue Besatzer auf. Von Fraternisierung wollten auch die Amis nichts wissen, doch Sperrstunde und andere deprimierende Anordnungen der Besatzungsmacht wurden durch die kulantere Haltung der Amerikaner wesentlich gelockert. Die allgemein verbreitete Niedergeschlagenheit lockerte sich erst, als in der Folgezeit täglich neue Heimkehrer in Kronau eintrafen.

Die Wirren des Krieges hatten neben vielen Flüchtlingen aus dem halben europäischen Raum auch Familien aus ausgebombten deutschen Städten nach Kronau verschlagen. Zu ihnen gehörte u.a. auch unser inzwischen verstorbener Sportkamerad Albert Kümmerlin. Aus Mannheim zugezogen, war Kümmerlin ein begeisterter Fußballer, der beim SV Waldhof seine ersten Sporen verdient hat. Zusammen mit Hermann Rothenberger sammelte er Gleichgesinnte um sich und alsbald wurde auf dem örtlichen Sportplatz bei der Dreschmaschin wild gekickt. Nach Vorgesprächen im Metzgersgäss’l fanden sich am 26.09.1945 16 Fußballbegeisterte im Gasthaus zur Krone zu einer Aussprache zusammen. Nachdem Anschlussbestrebungen an den bereits bestehenden Turnverein nicht verwirklicht werden konnten, wurde beschlossen, einen eigenen Verein zu gründen. Wenige Tage später fand die Gründungsversammlung des VfR Olympia Kronau im Badischen Hof statt, der am 03.10.1945 die erste Generalversammlung folgte, an der 30 Mitglieder teilgenommen haben. Ein bezeichnendes Licht auf die damaligen Verhältnisse wirft die Tatsache, dass bei dieser Versammlung kein Vorstand gewählt werden konnte, weil einfach niemand da war, der nach den Bestimmungen oder Vorstellungen der Militärregierung als unbelastet gelten konnte. Sportfreund Kümmerlin erklärte sich bereit, kommissarisch den Vorsitz bis zur Klärung dieser Angelegenheit zu übernehmen.

In den Wochen nach der Gründung hatte der Verein eine stürmische Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen; denn Anfang 1946 weist das Protokollbuch bereits die stattliche Mitgliederzahl von 120 aus.

Der nun einsetzende Spielbetrieb brachte Probleme mit sich, die unter den heutigen Verhältnissen einfach unvorstellbar sind. Die zwei vorhandenen Fußbälle wurden wie ein Schatz gehütet. Es war nicht selten der Fall, dass Spiel und Training abgebrochen werden mussten, weil beiden Bällen die Luft ausgegangen war. Die wenigen vorhandenen Fußballschuhe wurden sowohl von der ersten wie auch von der zweiten Mannschaft am gleichen Tage abwechselnd getragen. Sitz und Passform waren für den einzelnen Träger immer Glückssache. Die Sportkleidung stammte aus Vorkriegsbeständen des Radfahrvereins Ideal Kronau. Unseren Freunden von der schnellen Zunft soll hierfür heute noch einmal Danke gesagt werden.

Nach anfänglichen Freundschaftsspielen gegen u.a. die Nachbarvereine Bad Mingolsheim, Östringen und Weiher setzte im Winter 1945/46 der richtige Spielbetrieb ein. Im Kreis Bruchsal wurde eine Spielrunde unterteilt in 3 Gruppen aufgezogen. Nach Bildung der Landessportverbände und deren Untergliederungen fand im Mai 1946 die erste Fußballtagung statt. Auf Beschluss dieses Gremiums wurden in einer komplizierten Aufstiegsrunde die Vereine entsprechend ihrer Platzierung den einzelnen Klassen zugeteilt. Unser junger Verein setzte sich so gut durch, dass er die Chance erhielt, an der Aufstiegsrunde zur Badischen Landesliga teilzunehmen. In dieser Liga spielten u.a. die Mannheimer Vereine VfR, SV Waldhof und VfL Neckarau. Der Aufstieg wurde leider oder Gott sei Dank nicht geschafft; denn das Spielniveau dieser jungen Mannschaft wäre vermutlich einer derartigen Konkurrenz nicht gewachsen gewesen.

Wir wurden der damals neu gebildeten kreiseigenen Bezirksklasse zugeteilt, die wohl der heutigen A-Klasse entspricht.

Im Frühjahr 1946 konnte in einer 2. Generalversammlung Leonhard Hillenbrand als 1. Vorstand gewählt werden. Die Existenz des Vereins und die Verwaltung mussten damals von der Militärregierung genehmigt werden. Dies geschah mit Urkunde vom 28.03.1946. Als Vorstand und Verwaltung sind in dieser Urkunde aufgeführt:

  • Leonhard Hillenbrand, President
  • Albert Kümmerlin, Vice-President
  • Wendelin Acker, Sekretary
  • Otto Mächtel, Treasurer

Der Übergang vom preußischen Drill zur freien demokratischen Meinungsäußerung vollzog sich auch in unserem Verein nicht immer reibungslos. Jedem der alten Mitglieder werden unsere stürmischen Aussprachen im Badischen Hof noch in bester Erinnerung sein.

Unvergessen für alle aktiven Spieler der damaligen Zeit dürften auch die legendären Kritiken des Spielausschussvorsitzenden Heinrich Vetter sein, dessen Feststellungen meistens darin gipfelten, dass

beim Spiel vum letzten Sundag von vonne bis hinne alles scheiße war.

Die Kritik schloss meistens mit der Redewendung:

Un wenn’s am Sunntag gege Langebrücke net besser leeft, dann gut Nacht lieber Herrgott.

Im Jahre 1947 löste Johann Hess den bisherigen Vorstand Leonhard Hillenbrand ab. Mit der Wahl des Johann Hess waren auch weitgehend die Transportprobleme gelöst. Die „Roll“ vom Schimmel Lud‘ und die vollgummibereiften Fahrräder der Spieler und Fans wurden nun durch die erstklassige Holzvergaser vom Hannes ersetzt. Zeitweise war sogar der alte P4, der damals als Herrschaftswagen zu betrachten war, im Einsatz. Dies jedoch nur bei abendlichen Veranstaltungen. Es folgte ebenso eine Vorladung vor die Spruchkammer des Fußballverbandes. Mit Schrecken denken wir heute noch an die Scharmützel in Langenbrücken, Odenheim und auf eigenem Territorium zurück, bei denen die Mannschaften vom begeistert mitgehenden Publikum nicht nur lautstark sondern auch handgreiflich unterstützt wurden.

In die Ära Hess fällt auch die Gründung der Laienspielgruppe, die mit mehreren „Oscarreifen“ Aufführungen nachhaltig vor die Öffentlichkeit trat. Der verantwortliche Regisseur und Bühnenbildner, Lehrer Dahringer, konnte ein beachtliches Ensemble um sich versammeln. Und wer von den alten Mitgliedern erinnert sich nicht an:

  • Die große Sterbeszene im finsteren Balkan (Hermann Hillenbrand)
  • Die Heldenmutter (Maria Hess)
  • Den Lindhammer (Otto Stellberger)
  • Die jugendliche Liebhaberin (Theresia Felbermeier-Moch)
  • Den jugendlichen Helden (Heinrich Dammert)
  • Den vornehmen Grafen (Hermann Rothenberger)
  • Die Schurken vom Dienst (Werner Frank, Alois Hees)
  • Die waffenstrotzenden, schnurrbärtigen Reisige und Forsträte

Die Festlichkeiten wurden stets umrahmt von der vortrefflichen Kapelle Rothenberger mit Stehgeiger Lieber. Unvergessen dürften auch die urwüchsigen Gesänge unseres Sportfreundes Friedrich Knebel (der Bandelwurm und ähnliche Moritaten) sein.

Mit den Einnahmen aus dem Spielbetrieb und den Theaterabenden ging der Verein daran, sich ein eigenes Sportgelände zu schaffen. Das Forstamt Bruchsal stellte hierfür ein Gelände beim Hirschsprung zur Verfügung. Die Restbestände des Kunz’schen Wäldchens wurden kurzerhand als Naturtribüne ausgebaut. Das ideal gelegene Sportgelände musste nach 3 Jahren leider wieder aufgegeben werden, weil es für die damaligen Verhältnisse zu weit vom Ort entfernt war.

Johann Hess bekleidete das Amt des 1. Vorstandes bis zum Jahre 1950. Die 1. Mannschaft, zwischenzeitlich verstärkt durch WAW (Winter-Adam-Winter), schlug sich in ihrer Klasse sehr gut und mehrfach wurde der Aufstieg in die nächst höhere Klasse nur um Haaresbreite verpasst.

Den Chronisten sei nicht zu verdenken, dass sie sich mit den Vorgängen um die Vereinsgründung und den turbulenten Anfangsjahren ausführlicher befasst haben, sicherlich werden damit bei den Gründern und ersten Mitgliedern Erinnerungen an eine Zeit wachgerufen, an die sie sich gern und zum Teil schmunzelnd erinnern werden. Zum anderen sollte aber auch den jungen Mitgliedern aufgezeigt werden, mit welchen Problemen sich der Verein früher zu befassen hatte, während die heutigen Aufgaben des Vereins vollkommen anders geartet sind.

50er Jahre

Der allgemein verbreitete Slogan der golden 50er Jahre lässt sich nicht ohne Vorbehalte auf die Entwicklung des Vereins anwenden. Unter den Vorständen Ludwig Kies (1950-1952), Hugo Vocke (1953), Anton Link (1954) und Albert Kümmerlin (1955) spielte die Mannschaft in ihrer Klasse zwar eine bedeutende Rolle – zweimal wurde die Herbstmeisterschaft errungen -, der entscheidende Sprung in die nächst höhere Klasse glückte ihr jedoch nicht.

In dieser Zeit fällt auch die große Wachablösung: Die alten Bernhard Hees, Alois Heilmann, die alten Backs, Hermann Rothenberger (ein bisschen), Hans Wittek (ich spiel nimmi), Hermann Heilmann, die Halfs, Ale Stellberger (Spitzkicker von Format), Gustav Dammert (Brillen-Gustele), die Außenstürmer, wurden Zug um Zug durch die nachdrängende Jugend ersetzt. Einzig und allein unser vitaler Vorcenter Willi Vocke (vonne nei) konnte für den Verein bis 1959 den Sturm führen und manchen Tormann an seinem Können zweifeln lassen.

Die kommerzielle Note, die schon damals in Fußballkreisen nicht unbekannt war, stellte uns vor neue Probleme. Wir mussten einige Spieler zu Nachbarvereinen ziehen lassen, zwei Spieler schafften sogar den Sprung in die damalige Oberliga.

Unter Vorstand Wilhelm Stellberger (1956-1958) baute der Verein am Sportplatz an der Schillerstraße in Eigenarbeit ein Clubhaus und wendete hierfür die für die damalige Zeit stattliche Summe von DM 3300,- auf. Die schönen Stunden, die der Verein in seinen eigenen vier Wänden verbracht hat, sind heute noch einem jeden in Erinnerung. Nach unserem inzwischen verstorbenen Sportfreund Herbert Hess (1959) bekleidete Helmut Rösch das Amt des 1. Vorsitzenden zunächst bis zum Jahre 1965 und mit einem Jahr Unterbrechung – 1966 Walter Dammert – bis zum Jahre 1968.

60er Jahre

Mitte der 60er Jahre war spielermäßig die nächste Wachablösung fällig. Albert Moch, Edgar Stellberger, Peter Just, Anton Himmelsbach, Fritz Wüst, Theo Heilmann, Werner Mächtel (Eckel), Horst Knebel, Paul Hess, Karl Knebel und nicht zuletzt Emil Vetter – der nach seiner aktiven Laufbahn dem Verein bis 1970 als Spielausschussvorsitzender seine reiche Erfahrung zur Verfügung stellte – mussten den jüngeren Spielergenerationen Platz machen, die auch zum Teil noch bis 1970 die Farben des Verein vertraten. Vorstand Rösch gelang es auch, Ferdinand Schmidt aus Karlsdorf als Übungsleiter zu gewinnen. Dieser baute in intensiver Kleinarbeit eine Mannschaft auf, die Jahr für Jahr und Stufe um Stufe in der Tabelle höher kletterte. Im Jahre 1966 war es zum Schluss der 3. Tabellenplatz, mit dem sich die Mannschaft abfinden musste, aber bereits ein Jahr später war endlich nach 22 Jahren Anlauf der große Wurf gelungen. Die Mannschaft wurde nach hartem Kopf an Kopf Rennen mit dem Lokalrivalen Östringen Meister und damit Aufsteiger in die 2. Amateurliga. In der für uns neuen Umgebung konnte in der ersten Saison ein guter Mittelplatz gehalten werden.

1968 löste Hermann Rothenberger Helmut Rösch als Vorstand ab. Gleichzeitig wurde Übungsleiter Schmidt durch Trainer Herbert Kutterer ersetzt. Die neue Spielrunde begann verheißungsvoll (6:0 Punkte), jedoch durch unglückliche Umstände – den Ausfall mehrerer Stammspieler durch diverse Verletzungen, die gleichwertig nicht ersetzt werden konnten – kam die Mannschaft in Schwierigkeiten. Bei der Endabrechnung fehlte ein entscheidender Punkt und die Mannschaft musste in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.

70er Jahre

Durch umsichtige Führung der Vereinsleitung in Verbindung mit dem Trainer sowie eisernem Trainingsfleiß der Aktiven und beflügelt durch das bevorstehende Jubiläum 1970, hat sich die Mannschaft jedoch nicht unterkriegen lassen. In der Spielrunde 1969/70 gelang auf Anhieb wiederum die Meisterschaft der A-Klasse Bruchsal und damit der Aufstieg in die 2. Amateurliga. Dafür sei der tüchtigen Mannschaft mit ihrem Übungsleiter Herbert Kutterer ein herzlicher Dank gesagt.

Rückschauend betrachtet kann man feststellen, dass sich der Verein durch die Einsatzbereitschaft der aktiven Spieler, die umsichtige Führung durch die jeweilige Vorstandschaft und den Idealismus seiner Mitglieder zu einer beachtlichen Größe entwickelt hat. Mit der Fertigstellung der modernen Mehrzweckhalle und den Sporteinrichtungen hat auch die Gemeinde Kronau Voraussetzungen geschaffen, die sich zweifellos auf die Weiterentwicklung des Vereins günstig auswirken werden.

Anlage